Die Seele spricht über den Körper
- Sabine Bindszus
- 13. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Du bemerkst, etwas in deinem Körper hat sich verändert. Vielleicht dein Atem, oder du spürst eine Spannung, die vorher nicht da war. Einen Schmerz im unteren Rücken, ein Ziehen im Nacken, einen Druck im Brustraum oder Bauch. Manchmal tritt es ganz plötzlich auf, ohne erkennbaren Anlass. Nichts Dramatisches, aber trotzdem deutlich wahrnehmbar. Aber woher es kommt, warum es jetzt da ist und was genau dahintersteht, bleibt dir unklar. Vielleicht hältst du kurz inne und spürst nach.
Unser Körper reagiert, bevor wir verstehen
Bevor wir etwas einordnen oder benennen können, hat sich bereits etwas verändert. Manchmal taucht zwar eine Idee auf, manchmal aber auch nur das Gefühl "Irgendetwas stimmt nicht."
Spannung im Körper, Schmerz oder Unruhe entstehen oft aus inneren oder äußeren Prozessen, die noch nicht bewusst zugänglich sind und dennoch wahrgenommen werden wollen. Körperliche Symptome sind die Sprache der Seele und immer Träger einer Botschaft.
Wenn Einordnung fehlt
In einem Alltag, der wenig Raum für Innehalten lässt, bleibt es häufig bei dieser ersten Wahrnehmung: Das Symptom ist da, aber es wird schnell wieder übergangen oder funktional erklärt. Der Körper trägt dennoch weiter, was ihn bewegt. Er reagiert auf Belastungen ebenso wie auf ungelebte Emotionen.
Die Symptom-Ebenen
Unser Körper meldet sich oft ganz konkret mit Symptomen, die wir an verschiedenen Stellen spüren:
Füße
Stand im Leben, Halt, Erdung;
Fühle ich mich getragen?
Habe ich Boden unter den Füßen?
Wo stehe ich im Leben?
Knie
Bewegung, Beugung, der (erste) nächste Schritt;
Vorankommen, Stehenbleiben, Langsamer werden;
Geht es um ein Zögern, um eine Entscheidung, um ein Weitergehen?
Wo darf ich innehalten?
Schultern
Last, Verantwortung, Tragen;
Was lastet gerade auf mir?
Was trage ich und was vielleicht zu viel?
Rücken
Halt, Aufrichtung, Stabilität;
Wo stehe ich unter Druck?
Wo halte ich mich aufrecht, obwohl es anstrengend ist?
Nacken
Verbindung zwischen Kopf und Körper;
Wachsamkeit, Verantwortung, nicht Loslassen können;
Wie viel läuft gerade über den Kopf?
Wo halte ich Spannung, um die Kontrolle behalten zu können?
Kopf
Gedanken, Druck, Überforderung;
Kreist etwas unaufhörlich im Kopf?
Ist zu viel gleichzeitig präsent?
Brustraum, Lunge, Herz
Weite, Enge, Gefühle, Verbundenheit;
Halte ich etwas zurück?
Ist da Traurigkeit, Sehnsucht oder Freude, die Raum braucht?
Was darf sich entfalten?
Bauch
Intuition, Verdauen von Eindrücken/Informationen/Nahrung, inneres Gleichgewicht;
Was fühlt sich unsicher an?
Was konnte ich noch nicht verarbeiten?
Was ist wichtig/nicht wichtig?
Diese Hinweise sind keine festen Deutungen. Sie laden lediglich dazu ein, aufmerksam zu sein und in Beziehung zu dir zu gehen, zu deinem Körper und zu dem was sich zeigen möchte.
Verstehen ist kein Muss
Deinem Körper zuzuhören bedeutet nicht, sofort Antworten zu finden. Es bedeutet, die Symptome ernst zu nehmen, auch wenn die Ursache unklar bleibt. Manches bleibt vage, manches klärt sich mit der Zeit, aber immer braucht es Aufmerksamkeit und Kontakt.
Ein stiller Zugang
Wenn du dir erlaubst, bei dem zu bleiben, was du spürst, ohne es sofort verändern zu wollen, kann sich etwas entspannen. In dieser Aufmerksamkeit können sich Antworten zeigen, etwa als aufkommende Gedanken oder Gefühle, innere Bilder oder Impulse. Indem du im Kontakt mit dir bleibst und deinem Körper zuhörst, gibst du ihm Raum, sich mitzuteilen. Wenn frühe Signale allerdings übergangen werden, wird dein Körper deutlicher. Dann kommen die Hinweise nicht mehr leise, sondern "lauter".
Vielleicht ist genau das der Anfang: nicht weiterzugehen, sondern einen Moment zu bleiben.





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